From the Catalogue YOU ARE FREE

by Julie McKim for the exhibition at Kunsthalle Exnergasse, Vienna, October 2011

Daniel Kingery (US)

The work of Daniel Kingery examines the complicated role images play in the construction of both our personal and collective memories. Appropriating family photographs and iconic images from mass culture, Kingery utilizes paint, collage, and film as a way to erase and reframe the viewer´s interpretation of these visual representations. His diptych Ancestral Research (Kevin), 2010 includes inkjet prints of his father´s gun license from the 1970s. By painting over parts of the license, Kingery explores his own identity in relation to his family as well as the larger American culture. In his 16mm film, Flash, Flash, 2010-2011, he trains his camera, in one continuous zoom, on an unidentified woman in repose who is situated on a white back drop. As flash bulbs ignite at random intervals, the woman appears and disappears from the pitch black, eliciting and eluding desire simultaneously. In both these works the viewer is challenged to construct a whole from the parts and absences. The artist invites viewers to download the film from his website www.danielkingery.com in order to re-edit, manipulate or add a soundtrack. The results will be posted online.

Flash, Flash

Daniel Kingery's Arbeit beleuchtet die komplizierte Rolle, die Bilder in der Konstruktion sowohl unserer persönlichen als auch kollektiven Erinnerung spielen. Bei der Bearbeitung von Familienfotos und ikonenhaften Bildern aus der Massenkultur sind Farbe, Collage und Film für Kingery Hilfsmittel, die Interpretation dieser visuellen Repräsentationen durch die BetrachterInnen zu löschen und neu auszurichten. Sein collagiertes Diptychon Ancestral Research (Kevin), 2010, besteht aus Abdrucken vom Waffenschein seines Vaters aus den 1970er- Jahren. Durch die Übermalungen von Teilen des Dokuments befragt Kingery seine Identität im Verhältnis zu seiner Familie als auch allgemein zur amerikanischen Kultur. In seinem 16mm-Film Flash, Flash, 2010-2011, richtet er seine Kamera mit einem kontinuierlichen Zoom auf eine nicht weiter identifizierbare Frau, die ausgestreckt vor einem weißen Hintergrund ruht. Im unregelmäßigen Aufleuchten von Blitzen erscheint und verschwindet die Frau aus und in dem tiefen Schwarz, verführerisch und sich gleichzeitig entziehend. In beiden dieser Werke fordern die Verlockung des Bildes und die physische Intervention des Künstlers die BetrachterInnen heraus, aus den bestehenden und abwesenden Teilen ein Ganzes zu bilden und sich so den Mechanismen von Erinnerung bewusst zu werden. Als Teil des Projekts Flash, Flash lädt der Künstler die BesucherInnen ein, seinen Film von der Website www.danielkingery.com herunterzuladen, zu bearbeiten, zu manipulieren oder einen Soundtrack dazu zu erstellen. Die Ergebnisse werden online gestellt.

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